Rhodos

und seine Geschichte

Rhodos war bereits in der Bronzezeit besiedelt. Die ersten Bewohner, die auf der Insel ihre Spuren hinterlassen haben, waren Karer, die vermutlich von Kleinasien aus eingewandert waren.

rhodos

© Bild by wendyvanesveld / flickr.com – (CC BY-SA 2.0)

Um 2000 v. Chr. bekamen sie Gesellschaft von den Phöniziern. Um 1700 v. Chr. folgten die Minoer aus Kreta, und ab 1450 v. Chr. wurde Rhodos von der mykenischen Kultur beeinflusst, die sich von der Stadt Mykene (auf den Peloppones gelegen) her ausbreitete. Griechenland bestand damals aus mehreren autonomen Fürstentümern, an deren Spitze ein König stand.

Um 1200 v. Chr. kam es zu einem Zusammenbruch des Hethiterreichs, dessen Hauptstadt Hattussa unweit des heutigen Ankara in der Türkei lag. Dadurch wurde im ägäischen Raum eine Völkerwanderung ausgelöst, bei der die Ionier und Äolier über die Ägäischen Inseln bis an die Küste von Kleinasien vordrangen und die Dorer von Norden her auf die Peloponnes vordrangen. In jener Zeit endete auch die Blüte der mykenischen Epoche und die Dorer erreichten auch Rhodos. Sie gründeten die Städte Lindos, Ialissos und Kamiros.

Stadtstaaten

Um 800. V. Chr. veränderte sich auf dem griechischen Festland die Gesellschaft. Eine sehr selbstbewusste Adelsschicht etablierte sich, und es entstanden die griechischen Stadtstaaten, die Polis. In Milet, Athen, Sparta, Theben, Korinth, Chalkis, Eretria und Ägina bildeten sich wirtschaftliche und kulturelle Zentren heraus. Es entstand der Begriff Hellenen, durch den sich die Bürger der griechischen Städte versuchten, von den Menschen anderer Kulturen, die sie „Barbaren“ nannten, abzugrenzen.

Der Dichter Homer schrieb im 8. Jh. v. Chr. die Epen „Ilias“ und „Odyssee“, in denen er Ereignisse aus der Zeit des Mykenischen Reichs beschrieb. Homer und Hesiod fassten in ihren Epen aber auch die bis dahin regional unterschiedlich verehrten einzelnen Gottheiten in einem neuen Weltbild zusammen. Dieses Weltbild wurde v.a. vom Dichter Hesiod in den Stücken „Erga“ und „Theogonie“ beschrieben. Zum religiösen Zentrum aller Griechen wurde von dieser Zeit an das Orakel von Delphi.

Im 8. Jh. v. Chr. hatten es die Städte von Rhodos schon zu etwas Wohlstand gebracht, und sie verbündeten sich mit Kos, Halikarnassos (Bodrum) und Knidos zum Verteidigungsbündnis Hexapolis, das aber schon bald wieder auseinanderbrach.

Kulturelle Blüte

In den folgenden Jahrhunderten kam es zu jener kulturellen Blütezeit, in der die bekannten Tempel- und Theaterbauten entstanden. Ab dem 7. Jh. v. Chr. entwickelte sich die Philosophie, die sich immer weiter von der mythologischen Denkweise entfernte. Auch die Naturwissenschaften und die Lyrik bildeten sich heraus.

Der Kampf zwischen den Städten um die Vormachtstellung in Zentralgriechenland berührte Rhodos nur am Rande. Im 7. Jh. hatten die rhodischen Städte Handelsbeziehungen im ganzen Mittelmeerraum aufgebaut und gründeten sogar Kolonien in Sizilien und Kleinasien.

Um 550 v. Chr. wurde bei Lindos der erste große Athene-Tempel der Insel errichtet. Bekannt ist vor allem der Tyrann Kleoboulos von Lindos, der die Stadt in diesen Jahren regierte.
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